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Last update: 20.10.2026
 
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Punktlegende
 
2026
3. Quartal
 
 
 
 

STEVE CROPPER & THE MIDNIGHT HOUR
Watching The Tide
Vinyl, CD, Digital
Vinyl: Provogue Records 8712725753018, CD: Provogue Records 8712725753025
(2026)
Länge: 41:47

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Tracks:
1. Tandoori Chicken
2. Ticket First (feat. Eric Clapton)
3. My Angels Are Calling (feat. Brian May + Billy Gibbons)
4. Until Now (feat. Ronnie Wood)
5. Blood From A Stone
6. Here & Gone (feat. Ana Grosh)
7. It's Gonna Get Worse
8. Down & Out
9. Stand Right Here (feat. Ana Grosh + Billy Gibbons)
10. Tip Off To The Rip Off
11. House Of Cards
12. Tandoori Chicken Pt. 2

 
Musik-Art: Blues-Soul-Rock
 
Conny's Kritik:

„Watching The Tide“ ist kein großes Schlusswort, sondern ein ehrlicher Abschied. Das vor Steve Croppers Tod im Dezember 2025 eingespielte Album bündelt noch einmal alles, wofür die Stax-Legende stand: Blues, Soul, Rock und stoische Gelassenheit. Darin liegt zugleich seine Schwäche. Vieles klingt souverän, manches zu bequem – als würde Cropper seinen eigenen Mythos verlässlich bedienen, statt ihn noch einmal herauszufordern. Die prominenten Gäste setzen Akzente: Eric Clapton glänzt mit einem Solo in „Ticket First“, Brian May singt auf „My Angels Are Calling“, Billy Gibbons steuert Gitarre und Stimme bei, Ronnie Wood Slide-Gitarre, Ana Grosh vokale Farbe. Doch auch dieser Starglanz kann nur bedingt kaschieren, dass die Songs nicht zu Croppers besten zählen. Seine Band „The Midnight Hour“ sorgt für ein solides Fundament, seine Stimme klingt rau und glaubwürdig, sein Gitarrenspiel makellos kontrolliert. Es fehlt jedoch jener Moment, in dem Routine noch einmal zum Risiko wird.

Damit bleibt „Watching The Tide“ ein respektables, aber nicht durchweg bewegendes Vermächtnis: geprägt von Würde, Erfahrung und handwerklicher Klasse, zugleich gebremst von zu viel Verlässlichkeit. Als Abschied überzeugt das Album weniger durch seine besten Songs als durch die Haltung seines Urhebers. Steve Cropper musste am Ende niemandem mehr etwas beweisen – und genau das ist dem Album anzuhören, in seinen Stärken wie in seinen Schwächen.

 



Bewertung:
7-9 Punkte (von 12)

Klang:
8 Punkte (von 12)

 
 
 

PHILIPP RÜTTGERS TRIO
RE: Satie
CD, Digital
CD:  Timezone Records 5051 089 299271
(2026)
Länge: 48:27

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Tracks:
1: The Swing
2. Gnossienne Interlude #1
3. Patchwork Prelude
4. Gymnopedie
5. Gnossienne Interlude #2
6. Upsud
7. Son Of The Stars
8. True Flabby Preludes For A Dog
9. Gnossienne
10. Vexations
11. Passacaille

 
Musik-Art: Trio-Jazz mit klassischen Elementen
 
Conny's Kritik:

Erik Satie suchte in der Musik das Leise und Feine: eingängige Melodien, klare Linien und kontrollierte Bewegung statt Pathos und virtuoser Überhitzung. Pianist Philip Rüttgers greift diese Ästhetik auf und übersetzt sie überzeugend in eine jazzige Klangsprache. Gemeinsam mit Bassist Omer Govreen und Schlagzeugerin Sun-Mi Hong entwickelt sein Trio eine bemerkenswerte Balance aus tonaler Meditation und instrumentaler Energie. Rüttgers’ Spiel bleibt dabei strukturiert, klangbewusst und melodisch fokussiert, ohne in technische Kühle abzugleiten.
Aufgenommen wurde das Album im Februar 2026 in Holland im Direkt-DSD-Verfahren — eine Produktion, die auch klanglich besondere Akzente setzt.




Bewertung:
10 Punkte (von 12)

Klang:
11 Punkte (von 12)

 
 
 

IBIBIO SOUND MACHINE
Chopping Mountain
CD, Digital
CD: Merge Records MRG 886, Vinyl: Merge Records MRG 886
(2026)
Länge: 40:46

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Tracks:
1: Burning In Lagos
2. Chopping Mountain
3. When You Want Dance
4. Concept Of Love
5. Return To Sender
6. Give Me Peace
7. Menso
8. Love
9. Kukuru
10. River Don't Rush

 
Musik-Art: Afro-Pop: Symbiose aus Pop, Funk, Soul, Dance, Electronica, Ethno und World
 
Conny's Kritik:

Eine interessante Mischung: Afrikanische Musik trifft auf Pop, Dance, Soul und Funk, mit einem klaren Schwerpunkt auf Hip-House. Bandleaderin Eno Williams verbindet diese Stile überzeugend. Ihr statischer, warmer Altgesang prägt die Songs mit ihren ebenso unkomplizierten Textstrukturen. Das Album ist überwiegend dem Club-Dance zuzuordnen. Ausnahmen bilden das balladenartige „Give Me Peace“ und das eher im Midtempo gehaltene „Love“. Bläsereinsätze sorgen für einen Hauch von Dub, während die afrikanischen Wurzeln stets präsent bleiben.

Die Londoner Band „Ibibio Sound Machine“ verdient mit ihrem sechsten Studioalbum mehr Aufmerksamkeit – auch wegen der sehr guten Aufnahmequalität.




Bewertung:
8-9 Punkte (von 12)

Klang:
10 Punkte (von 12)

 
 
 

PETER GABRIEL
o\i
CD, Digital
CD (4 CD's): Real World, Vinyl (2 LP's): Real World
(2026)
Länge: 162:26 (Bright + Dark-Side-Mix)

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Tracks:
1: Been Undone
2. Put The Bucket Down
3. What Lies Ahead
4. Till Your Mind Is Shining
5. Won't Stand Down
6. Who Are We Taking To?
7. Yes, It Will Go
8. One By One
9. A Hard Lesson
10. Face The Wall
11. I Belong The Sky
12. Looking For The Happy
13. Sacrament

 
Musik-Art: Sphärischer World-Ethno-Art-Pop
 
Conny's Kritik:

Vorab Kurz-Kritik:

Wie auf „i/o“ von 2023 präsentiert Peter Gabriel auch hier seinen egozentrischen Art-Pop – diesmal noch pompöser und ausladender: vier CDs, darunter erneut der etwas düsterere, rauere „Dark-Side-Mix“, der mir eher überflüssig erscheint. Gabriel kann es sich leisten. Die Veröffentlichung einzelner Songs zu bestimmten Vollmondzyklen weckt allerdings, wie schon bei „i\o“, Zweifel an der esoterischen Ausrichtung. Das Album behandelt Themen wie „Mensch und Natur“ und „das Vergehen der Zeit“ auf kunstvolle Weise. Mit eigenen Real World Studios, eigener Real World Plattenfirma und eigenem New Blood Orchester kann Gabriel sich in überlangen Songs ausleben, ohne Einwände eines Plattenbosses. Dass Songs wie „Put The Bucket Down“ und „Till Your Mind s Shining“ allzu bemüht an den Überhit „Sledgehammer“ von 1986 anknüpfen, trübt den überwiegend positiven Gesamteindruck nicht. Ruhige Balladen wie „Been Undone“ und „What Lies Ahead“ entschädigen dafür auf Anhieb.




Bewertung:
8-10 Punkte (von 12)

Klang:
10 Punkte (von 12)

 
 
 

PETER MAFFAY & JOHANNES OERDING
Nashville
CD, Vinyl, Digital
CD: Hansa B0H66FX2QP, Vinyl: Hansa
(2026)
Länge: 36:34

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Tracks:
1. Weiter
2. Ein Leben lang ist nicht lang
3. Nach Hause
4. Sisyhos
5. Herz wieder bricht
6. Dir gehört die Welt
7. Schön dass es dich gibt
8. Kneipen-Skiffle
9. Daniela Bar
10. Ganz schön perfekt
11. An einer Kreuzung

 
Musik-Art: Country Pop-Rock auf Deutsch
 
Conny's Kritik:

Vorab Kurz-Kritik:

Wer hätte das gedacht? Da tun sich die langjährigen Freunde Maffay und Oerding musikalisch zusammen, ziehen nach Nashville und nehmen in 5 Tagen ein Pop-Rock-Countryalbum auf, dass nicht mal so schlecht ist. Und mit Studio-Assen wie JB Meyers, Jeff Picker, Benni Dernhoff, Fred Eltringham, Russ Pahl und Tom Bukovac klingt das ganze auch noch handwerklich ganz anständig. Chapeau!




Bewertung:
7-9 Punkte (von 12)

Klang:
9 Punkte (von 12)

 
 
 

U2
Carnaval De Luz
CD, Vinyl, Digital
CD: Island Records, Vinyl: Island Records
(2026)
Länge: 47:21

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Tracks:
1. Go - Carnaval De Luz (feat. Brian Eno)
2. La Reina
3. Street Of Dreams
4. The Mirror Maker (feat. Rosalia)
5. Superficality
6. If The World Is At War We Better Not Be
7. Silencio
8. The Greatest Show On Earth (feat. Brian Eno)
9. Glorify
10. Midnight Sunshine
11. Can't Stop Us Now (feat. Brian Eno)
12. Torn (feat. Dolly Parton + Daniel Lanois)

 
Musik-Art: Rock
 
Conny's Kritik:

Vorab Kurz-Kritik:

Neun Jahre nach „Songs Of Experience“ (2017) kehrt die irische Band um Frontmann Bono mit ihrem 16. Studioalbum zurück. Sie bleibt ihrem sphärischen Rock treu und widmet sich Spiritualität, Freundschaft, Freiheit und Ausdauer als Gegenkräften zu dunklen Zeiten. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. werden von mehreren Gästen unterstützt: Daniel Lanois spielt Pedal Steel auf „Torn“, Brian Eno Synthesizer auf „Go“, „The Greatest Show On Earth“ und „Can’t Stop Us Now“. Rosalia steuert Gesang zu „The Mirror Maker“ bei, Ryan Tedder Keyboards und Programmierung. Dolly Parton singt auf dem countrygeprägten „Torn“ – tragischerweise ihre letzte Darbietung vor ihrem Tod. Produzent Jacknife Lee spielt ebenfalls Keyboards.

U2 bieten auf ihrem neuen Album musikalisch nichts grundlegend Neues. Ihre Texte über globale Probleme bleiben jedoch aktuell, und ihr erfrischender Sound hebt sich deutlich vom Einheitsbrei der heutigen Popmusik ab.

 




Bewertung:
9-10 Punkte (von 12)

Klang:
9 Punkte (von 12)

 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

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