
| Last update: 20.10.2026 |
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| Punktlegende |
| 2026 3. Quartal |
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STEVE CROPPER & THE MIDNIGHT HOUR |
| Musik-Art: Blues-Soul-Rock |
| Conny's Kritik: |
„Watching The Tide“ ist kein großes Schlusswort, sondern ein ehrlicher Abschied. Das vor Steve Croppers Tod im Dezember 2025 eingespielte Album bündelt noch einmal alles, wofür die Stax-Legende stand: Blues, Soul, Rock und stoische Gelassenheit. Darin liegt zugleich seine Schwäche. Vieles klingt souverän, manches zu bequem – als würde Cropper seinen eigenen Mythos verlässlich bedienen, statt ihn noch einmal herauszufordern. Die prominenten Gäste setzen Akzente: Eric Clapton glänzt mit einem Solo in „Ticket First“, Brian May singt auf „My Angels Are Calling“, Billy Gibbons steuert Gitarre und Stimme bei, Ronnie Wood Slide-Gitarre, Ana Grosh vokale Farbe. Doch auch dieser Starglanz kann nur bedingt kaschieren, dass die Songs nicht zu Croppers besten zählen. Seine Band „The Midnight Hour“ sorgt für ein solides Fundament, seine Stimme klingt rau und glaubwürdig, sein Gitarrenspiel makellos kontrolliert. Es fehlt jedoch jener Moment, in dem Routine noch einmal zum Risiko wird.
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PHILIPP RÜTTGERS TRIO |
| Musik-Art: Trio-Jazz mit klassischen Elementen |
| Conny's Kritik: |
Erik Satie suchte in der Musik das Leise und Feine: eingängige Melodien, klare Linien und kontrollierte Bewegung statt Pathos und virtuoser Überhitzung. Pianist Philip Rüttgers greift diese Ästhetik auf und übersetzt sie überzeugend in eine jazzige Klangsprache. Gemeinsam mit Bassist Omer Govreen und Schlagzeugerin Sun-Mi Hong entwickelt sein Trio eine bemerkenswerte Balance aus tonaler Meditation und instrumentaler Energie. Rüttgers’ Spiel bleibt dabei strukturiert, klangbewusst und melodisch fokussiert, ohne in technische Kühle abzugleiten.
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IBIBIO SOUND MACHINE |
| Musik-Art: Afro-Pop: Symbiose aus Pop, Funk, Soul, Dance, Electronica, Ethno und World |
| Conny's Kritik: |
Eine interessante Mischung: Afrikanische Musik trifft auf Pop, Dance, Soul und Funk, mit einem klaren Schwerpunkt auf Hip-House. Bandleaderin Eno Williams verbindet diese Stile überzeugend. Ihr statischer, warmer Altgesang prägt die Songs mit ihren ebenso unkomplizierten Textstrukturen. Das Album ist überwiegend dem Club-Dance zuzuordnen. Ausnahmen bilden das balladenartige „Give Me Peace“ und das eher im Midtempo gehaltene „Love“. Bläsereinsätze sorgen für einen Hauch von Dub, während die afrikanischen Wurzeln stets präsent bleiben.
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PETER GABRIEL |
| Musik-Art: Sphärischer World-Ethno-Art-Pop |
| Conny's Kritik: |
Vorab Kurz-Kritik: Wie auf „i/o“ von 2023 präsentiert Peter Gabriel auch hier seinen egozentrischen Art-Pop – diesmal noch pompöser und ausladender: vier CDs, darunter erneut der etwas düsterere, rauere „Dark-Side-Mix“, der mir eher überflüssig erscheint. Gabriel kann es sich leisten. Die Veröffentlichung einzelner Songs zu bestimmten Vollmondzyklen weckt allerdings, wie schon bei „i\o“, Zweifel an der esoterischen Ausrichtung. Das Album behandelt Themen wie „Mensch und Natur“ und „das Vergehen der Zeit“ auf kunstvolle Weise. Mit eigenen Real World Studios, eigener Real World Plattenfirma und eigenem New Blood Orchester kann Gabriel sich in überlangen Songs ausleben, ohne Einwände eines Plattenbosses. Dass Songs wie „Put The Bucket Down“ und „Till Your Mind s Shining“ allzu bemüht an den Überhit „Sledgehammer“ von 1986 anknüpfen, trübt den überwiegend positiven Gesamteindruck nicht. Ruhige Balladen wie „Been Undone“ und „What Lies Ahead“ entschädigen dafür auf Anhieb.
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PETER MAFFAY & JOHANNES OERDING |
| Musik-Art: Country Pop-Rock auf Deutsch |
| Conny's Kritik: |
Vorab Kurz-Kritik: Wer hätte das gedacht? Da tun sich die langjährigen Freunde Maffay und Oerding musikalisch zusammen, ziehen nach Nashville und nehmen in 5 Tagen ein Pop-Rock-Countryalbum auf, dass nicht mal so schlecht ist. Und mit Studio-Assen wie JB Meyers, Jeff Picker, Benni Dernhoff, Fred Eltringham, Russ Pahl und Tom Bukovac klingt das ganze auch noch handwerklich ganz anständig. Chapeau!
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U2 |
| Musik-Art: Rock |
| Conny's Kritik: |
Vorab Kurz-Kritik: Neun Jahre nach „Songs Of Experience“ (2017) kehrt die irische Band um Frontmann Bono mit ihrem 16. Studioalbum zurück. Sie bleibt ihrem sphärischen Rock treu und widmet sich Spiritualität, Freundschaft, Freiheit und Ausdauer als Gegenkräften zu dunklen Zeiten. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. werden von mehreren Gästen unterstützt: Daniel Lanois spielt Pedal Steel auf „Torn“, Brian Eno Synthesizer auf „Go“, „The Greatest Show On Earth“ und „Can’t Stop Us Now“. Rosalia steuert Gesang zu „The Mirror Maker“ bei, Ryan Tedder Keyboards und Programmierung. Dolly Parton singt auf dem countrygeprägten „Torn“ – tragischerweise ihre letzte Darbietung vor ihrem Tod. Produzent Jacknife Lee spielt ebenfalls Keyboards.
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